

this blog is called "daily mirror" but it is more like a monthly update of tines everyday life. she began travelling spring 2003 but unfortunately only started this blog at the end of 2006...if you would like to know where she currently is and what she is up to, then just keep on checking this site...(and learn german :0)












Weihnachten steht vor der Tür, aber hier ist es sommerlich warm und weit und breit keine Spur von Weihnachtsmusik, Hektik und Kitsch, worauf ich auch gerne verzichten kann. Wäre ich in Deutschland hätte ich mir wohl gerne den ein oder anderen Glühwein auf einem Weihnachtsmarkt gegönnt und den Heiligabend hätte ich natürlich gerne im Kreise der Familie vor allem mit meiner entzückenden kleinen Nichte verbracht, aber im allgemeinen kann ich auf den Rummel verzichten.
Jane ist zur Zeit bei einer grossen „Mayaunification“ in Tikal, wo sich am 21.Dezember alle Schamanen Guatemalas – 2500 an der Zahl – versammeln werden, um die Sonnenwende zu zelebrieren. Bis 2012 wird dies dort nun jedes Jahr stattfinden. Zuerst war ich auch in Versuchung Ende Dezember in Tikal zu verbringen, aber Massenveranstaltungen jeglicher Art sind nicht mehr so mein Ding. Auch nicht das internationale Rainbowgathering, das nun in Mexico losgeht. Ich mache mir mit Dauno lieber eine gemütliche Zeit zu zweit. Und ohne Stress aufkommen zu lassen versuchen wir unsere Reise nach Chile vorzubereiten. Wie es aussieht, werden Pixie Jane und Lady Jane sein Haus inklusive Bibliothek kaufen, auch wenn es für den lächerlichen Preis von 5000 $ sein wird. Hauptsache etwas Cash um von hier fort zu kommen. Und wenn Markus sich nicht dazu bereit erklären wird, Luna, Daunos Schäferhund, zu übernehmen, werden wir sie wohl mitnehmen, was eine krasse Ämterrennerei bedeuten wird.
In Chile planen wir dann ein Buschen zu kaufen, mit dem wir das Land bereisen werden. Dort geht jetzt gerade der Sommer los. Wir versuchen uns unterwegs vor allem an den Stränden weiterhin mit Yogaunterricht, Massage, Tarot und Büchern etc (Dauno ist begeisterter „Buchmacher“) über Wasser zu halten während wir gleichzeitig nach einem schönen Ort zum länger Wohnen suchen. Das gleiche planen wir in Europa zu wiederholen...längerfristig möchten wir irgendwo in den Bergen, ob in den Anden, Alpen oder Pyrenäen sei noch dahin gestellt, ein einfaches Leben führen und eine Art Meditations-/Yoga-Retreatzentrum gründen.
Vielleicht ist in Chile tatsächlich alles billiger und einfacher, es wird sich zeigen.
Wir sind jedenfalls Hals über Kopf verliebt und finden es keineswegs naiv jetzt schon eine gemeinsame Zukunft zu planen. Wir passen zusammen „wie Arsch auf Eimer“ und sind bereit „für die Liebe alles aufs Spiel zu setzen“ -„gamble everything for love“.
In diesem Sinne euch allen ein frohes Fest der Liebe!
Ein wunderschöner Morgen küsst mich wach. Das Gras ist noch feucht, die Luft zart kühl. Sanfte Sonnenstrahlen beleuchten hin und wieder die Farbenpracht des Gartens. Die Vögel singen um die Wette und über mir surrt das Brummen einer Hummel.
Ohne auf den See zu schauen weiß ich, dass seine Oberfläche ganz glatt und ruhig ist.
Bin ich im Paradies gelandet?
In den letzten Tagen habe ich viel gelesen. 7 Bücher seit dem ich hier bin. Zur Zeit lese ich Yogi Ramacharaka’s „14 lessons in Yogi Philosophy“. Eine Stelle gefällt mir besonders gut: p.206:“ Then what am I - poor mortal thing – lost among all this inconceivable greatness,“ you cried. „You are the most precious thing – a living soul,“ replied your guide, „and if you were destroyed the whole system of universes would crumble, for you are as necessary as the greatest part of it – it cannot do without you – you cannot be lost or destroyed – you are part of it all, and are eternal.



Pünktlich um 15 Uhr fängt es an zu regnen. Heute tröpfelt es aber nur zart. Manchmal prasseln die Tropfen so heftig nieder, dass Strassen zu kleinen unüberwindbaren Bächen werden. Ausserdem regnet es dann an solchen Tagen durch die Decke und auf mein Bett. Zum Glück ist mein Bett breit und ich habe auf der anderen Seite immer noch genug Platz, aber wir haben Roberto schon deswegen Bescheid gesagt. Roberto ist eigentlich der Gärtner, aber auch gleichzeitig ein Allroundtalent. Er hat in diesem Haus nicht nur die Elektrik sondern auch noch die Möbel gemacht. Eigentlich ein netter Kerl, aber Jane ist sich sicher, dass es Roberto war, der hier schon mehrere Male etwas hat verschwinden lassen. Man muss also immer auf der Hut sein, darf nichts Wertvolles herumliegen lassen und sollte am bestem immer Freitags und Samstags zu Hause sein, wenn Roberto kommt, um im Garten zu arbeiten.
Ich sitze in meinem dunklen Zimmer und blicke aus der offenen Tür. Das saftige Grün im Garten blendet fast ein wenig. Die Bananenblätter tanzen im Wind und die Wellen auf dem See toben wie im Meer. Es donnert und brummelt etwas unentschlossen. Vögel zwitschern und in der Ferne hört man ein Motorboot.
Wie gut es tut in der Natur zu sein. Hier lebt man in und mit der Natur. Mit der untergehenden Sonne wird man müde und mit Sonnenaufgang wird der erste Kaffee gekocht.
Heute ist Sonntag. Da trifft man sich morgens am Strand mit den Kindern und tauscht sich Neuigkeiten und manchmal auch Kochrezepte aus – das Pesto aus dem „Purpel Basil“, dem lilafarbenen Basilikum, das hier überall zu Hauf wächst und seinen süßlichen Duft verströmt, ist der Knaller! Man nehme statt Pinienkernen Mandeln und Walnüsse, dazu Olivenöl und zwei Drittel Basilikum, ein Drittel Petersilieund man brate den Knoblauch vorher kurz an. Etwas Salz und Pfeffer und ab ins Mixgerät. Fertig. –
Zum Sonntagsritual gehört auch Daunos abendliche Filmvorführung. In der kleinen Bibliothek des Meditationszentrums kann man es sich ab 7 Uhr gemütlich machen und sich gemeinsam berieseln lassen. Manchmal – und ich glaube heute ist es mal wieder so weit - serviert Dauno dazu noch seine legendären Burritos.
Darauf freu ich mich schon...
Hola amigos,
vom Hurrican sind wir also zum Glück verschont geblieben. Ich genieße weiterhin die Ruhe hier, Janes nette Gesellschaft, das Haus und die wundervolle Natur.
Paola ist jetzt auch im Lande. In den nächsten Tagen werden wir uns treffen.
Hier noch schnell ein paar weitere Fotos von Bu, unserem Haushund und Bewacher,unserem Garten, dem See und einer Flohmarktszene in Solola. Man achte auf die Trachtenmoden der Frauen. Männer sieht man oft mit extrem coolen Cowboyhüten.
Das wars für heute. Ich sende Euch allerliebste Grüße vom Lago. Tine

