Tuesday, April 29, 2008

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollten heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Herman Hesse

Tuesday, February 26, 2008

neues aus chile

nun sind wir also stolze Besitzer eines deutschen(!) Westfalia Campervan...
















Monday, February 04, 2008

San Alfonso, 28. Januar 2008





































Ich liege entspannt in der Hängematte im Garten des Landhauses der Eltern von „Jaime“, wie er hier genannt wird. Hier erholen wir uns für ein paar Tage vom Stress der letzten Wochen. Der Endspurt in San Marcos ging ganz schön an die Substanz. Die Airline machte Probleme mit der Cargobox für Luna – die eine wäre zu groß und würde nicht durch die Tür passen, und die nächst kleinere würde dem Hund nicht den gemäßen Platz gewähren. Wir waren schon gewillt eine Box aus Holz bauen zu lassen, aber die Maße wurden uns nicht rechtzeitig zugesandt und außerdem hätte man die Kiste noch von irgendeinem Ministerium abstempeln lassen müssen, wofür sowieso keine Zeit mehr gewesen wäre. Wir dachten auch schon daran, die größere Kiste zu kaufen, einen Teil abzusägen und mit Draht wieder zusammen zu flicken, aber letztendlich reichte die kleinere Box aus: am Flughafen wurde ein paar Tage vor Abflug ein Foto von Luna in der Box gemacht, welches dann zu den Bossen nach Panama geschickt wurde. Wären die der Meinung gewesen, dass die 11 Stunden Flug für Luna in dieser Kiste zu unbequem seien, dann hätten wir den armen Hund schweren Herzens zurücklassen müssen, wo man ihn wohl früher oder später eingeschläfert hätte.

Die letzten Tage in San Marcos verbrachten wir also mit Kisten packen und telefonieren. Wir waren beide ziemlich am Anschlag und Dauno bekam dann obendrein noch eine Grippe. Die letzte Nacht packte er bis zur Erschöpfung und schlief er nur eine Stunde. Am nächsten Tag wartete wie vereinbart um 5 Uhr morgens der Pickuptruck auf uns. Als ich aufwachte merkte ich, dass mich die Grippe nun erwischt hatte. Mir war übel und mein Kopf dröhnte. Zwei lange Stunden schleppte Dauno noch im Dunkeln die 45 Kisten zusammen mit einem Helfer zum Auto und mit einer halben Stunde Verspätung ging es dann Richtung Hauptstadt. Obwohl wir die meiste Zeit der 3 Stunden Fahrt schliefen, fühlten wir uns ziemlich gerädert, als wir in Guatemala City ankamen. Dort erwartete uns dann Kraftakt Nummer 2: Zuerst lieferten wir die 700 Kg schweren Kisten bei der Speditionsfirma ab, die die Sachen für uns nach Chile verschiffen wird – 30 bis 45 Tage soll es dauern – und dann machten wir uns auf die Suche nach einer Bank, um meine Euro Traveller Checks zu tauschen. In der ersten Bank wurde ich eine halbe Stunde lang von einem Schalter zum nächsten verwiesen, bis mir dann mitgeteilt wurde, dass ich umsonst gewartet hatte. In der nächsten Bank wurde meine Geduld noch etwas mehr herausgefordert: Eine Stunde wartete ich in der Schlange und eine weitere Stunde musste ich einem äußerst inkompetenten Bankangestellten gegenüber sitzen und zuschauen, wie er zum Beispiel meinen Pass zur Hand nahm, um meinen Namen aufzunehmen, und dann „deutsch“ als Nachname eintrug...
Nach diesem Bankfiasko mussten wir 45 Minuten in einer weiteren Bank verbringen, wo wir eine spezielle Überweisung auf ein Dollarkonto machen mussten. „Lustigerweise“ mussten aber die Dollar, auf die ich in der anderen Bank zuvor so lange hatte warten müssen, in dieser Bank zuerst wieder in Quetzal getauscht werden, um sie dann wiederum mit einem Verlust von 10 Euro in Dollar umzutauschen zu dürfen...

Als wir das Kapitel Bank endlich hinter uns gebracht hatten, hatte die Spedition bereits geschlossen. Dauno musste also am nächsten Tag dort nochmals 1,5 Stunden von Antigua aus mit dem Bus hinfahren, um die Bezahlung abzuschließen. Da die Spedition aber die Hand geschriebenen Inhaltslisten nicht akzeptierten, hatten wir also sowie noch die „Hausaufgabe“ diese Listen sowohl auf Englisch als auch auf Spanisch abzutippen.

Nächste Station war dann die Tierarztpraxis, wo wir Lunas Box, das Beruhigungsmittel für den Flug und ihre Papiere abholten. Glücklicherweise hatte uns jemand gesagt, dass einem hier gegen Bezahlung die Ämterrennerei (5 an der Zahl!) abgenommen wird. Durch die Rushhour kamen wir verspätet an, aber zum Glück blieb die Praxis für uns eine halbe Stunde länger geöffnet.

Von dort aus ging es zu Copa Cargo am Flughafen. Dort wurde kurz und schmerzlos das Foto von Luna in der Box gemacht und dann konnten wir unserem Taxifahrer, der mittlerweile etwas müde, hungrig und ungeduldig wurde, versichern, dass wir nun auf dem direkten Wege zu unserem Hotel nach Antigua fahren wollten, etwa eine Stunde weitere Fahrtzeit. Gegen 21Uhr kamen wir an unserem Ziel an: ‚Los Bucaros’, eines der wenigen Hotels in Antigua, das Hunde erlaubt. Das Zimmer war klein, aber fein. Todmüde liessen wir uns auf die Betten fallen. Am nächsten Tag stand dann mit grippig-dröhnendem Kopf das Listenschreiben auf dem Tagesplan. Dauno hätte spätestens um 2 Uhr im Bus Richtung Guatemala City sitzen müssen, um dort rechtzeitig bei der Spedition anzukommen. Ich hasse ja Hektik und Lastminute Geschichten, aber Dauno tendiert leider dazu, alles eher auf den letzten Drücker zu machen...Stress....ich war froh, als er mit den Listen endlich weg war und ich mich wieder ins Bett fallen lassen konnte. Er kam zwar erst kurz vor Ladenschluss bei der Spedition an, musste dort dann aber noch einer Stunde lang mit der geduldigen Sekretären Preisangaben für jeden Artikel machen...Unterhose 1$, Bleistift 0,5 $ etc

Sonntag Nacht um 1 Uhr wurden wir dann planmäßig von einem Hotelangestellten geweckt. Für 60$ mieteten wir einen Minibus, da die Hundebox in kein normales Taxi gepasst hätte.
Bei CopaCargo wartete der Taxifahrer geduldig 2 Stunden, bis wir mit den letzten bürokratischen Dingen und der Übergabe von Luna fertig waren. Es war etwas Herz zerreißend den gedopten Hund zurücklassen zu müssen. Und als dann endlich unser 2x25 kg schweres Gepäck ohne Probleme eingecheckt war, konnte ich langsam und allmählich aufatmen...

Der Flug war OK, für meinen Geschmack etwas zu viel Kindergeschrei und zu dumm, dass wir vergessen hatten, rechtzeitig anzukündigen, dass wir vegetarisches Essen haben möchten, aber na ja, nach solch einem Kraftakt waren dies leicht wegzusteckende Kleinigkeiten.

In Santiago angekommen holte uns „Jaime’s“ ganze Familie ab. Keiner hätte gedacht, dass es noch mal weitere 4 Stunden dauern würde, bis wir alle nötigen Formulare und Stempel beisammen hatten, um endlich mit unserem Hund das Flughafengelände auf legalem Weg verlassen zu dürfen. Gegen Mitternacht kamen wir im Haus der Schwester an. Ich war todmüde.

Am nächsten Tag war Jaimes 40. Geburtstag. Wir verbrachten einen relativ ruhigen Tag, surften im Internet nach VW-Bussen und genossen den Garten von Marie Antoinette. Das geschmackvoll eingerichtete Haus hatte in jedem Zimmer Umzugskartons stehen, da sie Ende des Monats umziehen wird. Später versammelte sich die ganze Familie zum Dinner: Jaimes Eltern, beide Schwestern und sein älterer Bruder: Alles sehr nette Leute, ein gelungener Abend. Mit meinem Spanisch hapert es aber noch ganz schön. Ich verstehe zwar fast alles, aber wenn ich etwas sagen möchte, sag ich’s doch meistens auf englisch. Die Familie lebte eine Zeit lang in San Francisco und alle sprechen daher fließend englisch.

Die darauf folgenden Tage besichtigten wir zwei VW-Busse, wobei mir der eine besonders gut gefiel. Für 60$ ließen wir ihn durchchecken und mit der Mängelliste in der Hand entschieden wir uns schweren Herzens gegen dieses kleine Wohnmobil. Wer weiß, vielleicht hätte der deutsche VW-Bus bei dem Test besser abgeschnitten, hier schwören die Chilenen jedenfalls auf deutsche Qualität, zumindest im Vergleich zu den VW’s aus Brasilien.

Vielleicht hängt es mit den Deutschen Siedlern zusammen, die sich im 19. Jahrhundert hier breit machten, jedenfalls ist bei den Chilenen „Kuchen“ sehr beliebt ( – im Plural „Kuchenes“), fast jeder zweite Haushalt, zumindest im Stadtteil Santiago’s, wo wir wohnten, hat einen Schäferhund, das Haus der Eltern ähnelt einem Fachwerkhaus und im Süden Chiles findet zur Zeit ein „Bierfest“ statt, ganz in bayrischer Tradition, ohne Verzicht auf Lederhosen und Dirndl.

Zur Zeit sind wir in San Alfonso, wo wir das Landhaus der Eltern genießen. San Alfonso liegt etwa eine Stunde südöstlich von der Hauptstadt, in einem kleinen Tal links und rechts von einer mächtigen Felswand umgeben. Der Garten ist himmlisch, der Pool erfrischend und die Aussicht beeindruckend. Morgen werden wir zum Exmann der Schwester ziehen, um in Santiago wieder unsere Suche nach einem Campervan aufzunehmen. Uns wurden 2 weitere Websites genannt, die uns eventuell weiterhelfen werden. Hoffentlich. Es bleibt spannend...

Wednesday, January 23, 2008

in Santiago de Chile angekommen

Wir 3 sind gut hier angekommen und machen uns nun auf die Suche nach einem netten Campervan.
Bis die Tage,
eure Tine + Dauno + Luna

Saturday, January 19, 2008

We did it!!!

We had some intense days of packing up, moving and organising the last bits and pieces before our flight to Chile on Monday morning. Lunas 250$ Cage looks cool, sportive and big enough, this is what finally the big boss in Panama agreed to, too. Yes, we finally did get his permission for her to come with us! What a relief!! And wow, we had to rewrite all the contents list of the 45 boxes with a computer in english and spanish - with prices! What a job!!! Every piece of underwear and sock needed to be listed with a pricequote...but now it´s all done! :)))

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Wir sind super gluecklich, dass Luna nun doch letztendlich mit uns nach Chile fliegen darf!! Die letzten Tage waren extrem stressig, aber jetzt haben wir es zum Glueck alles geschafft.


See you in Chile!
Dauno & Tine

Saturday, January 05, 2008

die letzten Tage in Guatemala


San Marcos, 2.Januar 2008

Den letzten Tag des Jahres habe ich vor allem mit Putzen, aufräumen und Ein- und Auspacken verbracht: zuerst bin ich mit Sack und Pack aus meiner luxuriösen Bleibe bei Jane ausgezogen, wo ich dann für Lady Jane’s Einzug alles Hundehaarfrei und auf Hochglanz brachte. Dann ging es ab zu Dauno’s Bruchbude mit Wellblechdach, ein ‚Downgrade’, wie man ihn sich kaum vorstellen kann. Nachdem ich meine 7 Sachen dort auf einer Plastikplane auf dem Boden ausgebreitet hatte, machte ich mich an die Reinigung der Herdplatten und des Kühlschranks. Ohne dies, hätte ich nur ungern in der ‚Küche’ mit Lebensmitteln hantiert.
Mitternachts gingen wir zur Neujahrszeremonie im pyramidenförmigen „Tempel“ des Meditationszentrums. Mit einem langem OOOMMMMMM schickten wir uns ins nächste Jahr. Den ersten Tag des Jahres widmeten wir der Herrichtung unserer Schlafnische. Nachts stürmte es so brutal, dass wir kaum schlafen konnten, und Angst haben mussten, dass uns das Dach um die Ohren fliegen würde. Das neue Jahr braust uns tobend entgegen. Der Wind zum Jahreswechsel bringt frische Luft, Neues und Veränderungen mit sich, genau das, was wir sowieso für 2008 zu erwarten haben: Nur noch ein bis zwei Wochen und unser Abschied von Guatemala wird Realität. Noch steht uns einiges an Organisatorischem bevor, aber ich hoffe, dass sowohl Dauno’s Umzug und die Verschiffung seiner Sachen, als auch unser Flug nach Santiago de Chile mit Sack und Pack inklusive Hund problemlos verlaufen wird. So ganz stressfrei und mühelos wird es aber bestimmt nicht und ich werde 3 Kreuze machen, wenn wir endlich in die Luft abheben und unserem nächsten großen, geheimnisvollen und viel versprechenden Kapitel entgegenfliegen: Chile.


San Marcos, 4.Januar 2008

Heute war ein besonderer Tag: Noch nie zuvor war meine Yogastunde so gut besucht. Mehr als die heutigen 15 Teilnehmer hätten aber auch wirklich nicht in der Palappa Platz gefunden. Direkt im Anschluss ging es dann los mit der „mayan ceremony“ auf dem heiligen Hügel, von dem man den ganzen See aus überblicken kann. Anlässlich Louisas „Mayan birthday“ – 11 kech (= das Reh) und ich bin zufälligerweise ganz nah dran: 12 kech (auch Reh) – veranstaltete Tata Pedro und weitere Schamanen aus den benachbarten Dörfern ein Feuerritual. Als ich auf der Hügelspitze ankam, hatte sich bereits eine recht bunte „Rainbow Crowd“ versammelt. Mütter mit zottelligen Kindern auf dem Arm, Schamanen mit roten Gürteln und dicken Zigarren im Mund, trommelnde „die hard hipies“, alt und jung, barfuss und langhaarig oder gestylt mit cooler Sonnenbrille, alles schien vertreten. Tata Pedros Ansprache war rührend und für die Rainbowsongs wurden sogar Gitarre und Querflöte gezückt. Alle waren gut drauf und freuten sich. Die Sonne war allerdings unerträglich heiß. Als die Zeremonie zu ende war, musste ich sofort das weite suchen, um nicht mit einem Sonnenstich zu enden.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit überraschte uns dann die Elektrizität mit seiner Rückkehr. 3 lange Tage warteten wir sehnlich auf diesen Moment. Der starke Wind hatte ja gestern bereits wieder langsam aufgehört, aber es dauerte offensichtlich länger, die Schäden, die der Sturm angerichtet hatte, wieder zu beheben. Man hörte Freudenschreie durch das ganze Dorf hallen, wie bei einer Fußball WM. Endlich kann ich wieder mein Telefon aufladen, den Kühlschrank benutzen und eine Lampe statt Kerze als Lichtquelle benutzen!

Als wir später mit Luna am See spazieren waren, bebte es. Ein Erbeben, dass sich durch ein tiefes vibrierendes Geräusch ankündigte und langsam näherte, bis es spürbar unter unseren Füßen wackelte. Ich hatte so etwas noch nie zuvor erlebt!
Und wie es scheint, soll dieser besondere Tag sogar noch ein weiteres bemerkenswertes Naturspektakel für uns bereit halten: Um 22 Uhr wird der Himmel mit Sternschnuppen bedeckt sein. Eine „Meteoritendusche“, wie sie sich das ganze Jahr nicht mehr wiederholen wird, na wenn das kein besonderer Tag gewesen sein soll?


San Marcos, 5.Januar 2008

Es ist halb acht in der Frühe. Ich sitze im Bett mit einem dicken Wollpulli. Die frühen Morgenstunden und Nächte sind jetzt kalt. Luna schnarcht neben mir auf dem Boden und Dauno gibt gerade seine Yogaklasse. Heute wird der Verkauf des Hauses schriftlich und rechtlich festgehalten. Wenigstens ein weiterer Haken auf unserer endlos erscheinenden „to do Liste“. Durch den Stromausfall waren wir etwas blockiert worden. Ich hoffe nur, dass wir nicht zu sehr ins Schleudern geraten werden. Einerseits brauchen wir nun endlich mal eine Bestätigung von der Airline, dass wir am Tag x mit Luna fliegen können – pro Flug kann jeweils nur ein Hund im Gepäckraum mitfliegen – um dann alles, was von diesem Datum abhängt, festmachen zu können – z.B. die Hotelbuchung für Antigua (auch keine Leichtigkeit eine Unterkunft für uns + Schäferhund zu finden). Und wenn alles mal etwas schwierig und überfordernd scheint, ermutigen wir uns gegenseitig mit folgendem Satz: „We can do it!“
Ganz einfach, oder?

Thursday, December 20, 2007

Fest der Liebe









Weihnachten steht vor der Tür, aber hier ist es sommerlich warm und weit und breit keine Spur von Weihnachtsmusik, Hektik und Kitsch, worauf ich auch gerne verzichten kann. Wäre ich in Deutschland hätte ich mir wohl gerne den ein oder anderen Glühwein auf einem Weihnachtsmarkt gegönnt und den Heiligabend hätte ich natürlich gerne im Kreise der Familie vor allem mit meiner entzückenden kleinen Nichte verbracht, aber im allgemeinen kann ich auf den Rummel verzichten.

Jane ist zur Zeit bei einer grossen „Mayaunification“ in Tikal, wo sich am 21.Dezember alle Schamanen Guatemalas – 2500 an der Zahl – versammeln werden, um die Sonnenwende zu zelebrieren. Bis 2012 wird dies dort nun jedes Jahr stattfinden. Zuerst war ich auch in Versuchung Ende Dezember in Tikal zu verbringen, aber Massenveranstaltungen jeglicher Art sind nicht mehr so mein Ding. Auch nicht das internationale Rainbowgathering, das nun in Mexico losgeht. Ich mache mir mit Dauno lieber eine gemütliche Zeit zu zweit. Und ohne Stress aufkommen zu lassen versuchen wir unsere Reise nach Chile vorzubereiten. Wie es aussieht, werden Pixie Jane und Lady Jane sein Haus inklusive Bibliothek kaufen, auch wenn es für den lächerlichen Preis von 5000 $ sein wird. Hauptsache etwas Cash um von hier fort zu kommen. Und wenn Markus sich nicht dazu bereit erklären wird, Luna, Daunos Schäferhund, zu übernehmen, werden wir sie wohl mitnehmen, was eine krasse Ämterrennerei bedeuten wird.

In Chile planen wir dann ein Buschen zu kaufen, mit dem wir das Land bereisen werden. Dort geht jetzt gerade der Sommer los. Wir versuchen uns unterwegs vor allem an den Stränden weiterhin mit Yogaunterricht, Massage, Tarot und Büchern etc (Dauno ist begeisterter „Buchmacher“) über Wasser zu halten während wir gleichzeitig nach einem schönen Ort zum länger Wohnen suchen. Das gleiche planen wir in Europa zu wiederholen...längerfristig möchten wir irgendwo in den Bergen, ob in den Anden, Alpen oder Pyrenäen sei noch dahin gestellt, ein einfaches Leben führen und eine Art Meditations-/Yoga-Retreatzentrum gründen.

Vielleicht ist in Chile tatsächlich alles billiger und einfacher, es wird sich zeigen.

Wir sind jedenfalls Hals über Kopf verliebt und finden es keineswegs naiv jetzt schon eine gemeinsame Zukunft zu planen. Wir passen zusammen „wie Arsch auf Eimer“ und sind bereit „für die Liebe alles aufs Spiel zu setzen“ -„gamble everything for love“.

In diesem Sinne euch allen ein frohes Fest der Liebe!

Wednesday, October 03, 2007

Morgenkuss

Ein wunderschöner Morgen küsst mich wach. Das Gras ist noch feucht, die Luft zart kühl. Sanfte Sonnenstrahlen beleuchten hin und wieder die Farbenpracht des Gartens. Die Vögel singen um die Wette und über mir surrt das Brummen einer Hummel.

Ohne auf den See zu schauen weiß ich, dass seine Oberfläche ganz glatt und ruhig ist.

Bin ich im Paradies gelandet?

In den letzten Tagen habe ich viel gelesen. 7 Bücher seit dem ich hier bin. Zur Zeit lese ich Yogi Ramacharaka’s „14 lessons in Yogi Philosophy“. Eine Stelle gefällt mir besonders gut: p.206:“ Then what am I - poor mortal thing – lost among all this inconceivable greatness,“ you cried. „You are the most precious thing – a living soul,“ replied your guide, „and if you were destroyed the whole system of universes would crumble, for you are as necessary as the greatest part of it – it cannot do without you – you cannot be lost or destroyed – you are part of it all, and are eternal.

Monday, September 10, 2007

Ein Sonntag am See




Pünktlich um 15 Uhr fängt es an zu regnen. Heute tröpfelt es aber nur zart. Manchmal prasseln die Tropfen so heftig nieder, dass Strassen zu kleinen unüberwindbaren Bächen werden. Ausserdem regnet es dann an solchen Tagen durch die Decke und auf mein Bett. Zum Glück ist mein Bett breit und ich habe auf der anderen Seite immer noch genug Platz, aber wir haben Roberto schon deswegen Bescheid gesagt. Roberto ist eigentlich der Gärtner, aber auch gleichzeitig ein Allroundtalent. Er hat in diesem Haus nicht nur die Elektrik sondern auch noch die Möbel gemacht. Eigentlich ein netter Kerl, aber Jane ist sich sicher, dass es Roberto war, der hier schon mehrere Male etwas hat verschwinden lassen. Man muss also immer auf der Hut sein, darf nichts Wertvolles herumliegen lassen und sollte am bestem immer Freitags und Samstags zu Hause sein, wenn Roberto kommt, um im Garten zu arbeiten.

Ich sitze in meinem dunklen Zimmer und blicke aus der offenen Tür. Das saftige Grün im Garten blendet fast ein wenig. Die Bananenblätter tanzen im Wind und die Wellen auf dem See toben wie im Meer. Es donnert und brummelt etwas unentschlossen. Vögel zwitschern und in der Ferne hört man ein Motorboot.

Wie gut es tut in der Natur zu sein. Hier lebt man in und mit der Natur. Mit der untergehenden Sonne wird man müde und mit Sonnenaufgang wird der erste Kaffee gekocht.

Heute ist Sonntag. Da trifft man sich morgens am Strand mit den Kindern und tauscht sich Neuigkeiten und manchmal auch Kochrezepte aus – das Pesto aus dem „Purpel Basil“, dem lilafarbenen Basilikum, das hier überall zu Hauf wächst und seinen süßlichen Duft verströmt, ist der Knaller! Man nehme statt Pinienkernen Mandeln und Walnüsse, dazu Olivenöl und zwei Drittel Basilikum, ein Drittel Petersilieund man brate den Knoblauch vorher kurz an. Etwas Salz und Pfeffer und ab ins Mixgerät. Fertig. –

Zum Sonntagsritual gehört auch Daunos abendliche Filmvorführung. In der kleinen Bibliothek des Meditationszentrums kann man es sich ab 7 Uhr gemütlich machen und sich gemeinsam berieseln lassen. Manchmal – und ich glaube heute ist es mal wieder so weit - serviert Dauno dazu noch seine legendären Burritos.

Darauf freu ich mich schon...

Thursday, September 06, 2007

san marcos











Hola amigos,

vom Hurrican sind wir also zum Glück verschont geblieben. Ich genieße weiterhin die Ruhe hier, Janes nette Gesellschaft, das Haus und die wundervolle Natur.

Paola ist jetzt auch im Lande. In den nächsten Tagen werden wir uns treffen.

Hier noch schnell ein paar weitere Fotos von Bu, unserem Haushund und Bewacher,unserem Garten, dem See und einer Flohmarktszene in Solola. Man achte auf die Trachtenmoden der Frauen. Männer sieht man oft mit extrem coolen Cowboyhüten.

Das wars für heute. Ich sende Euch allerliebste Grüße vom Lago. Tine